Haltung

Die Haltung generell:

Perserwohungen:

Die Haltung von Mäusen erfordert eine artenspezifische Unterbringung in einem entsprechend großen Gehege. Jede Art hat ihre eigenen Ansprüche. Für Mongolische Rennmäuse reicht z.B. ein 80er Aquarium mit Aufsatz, dabei sollte die Gruppengröße 3-4 Tiere nicht übersteigen (Wir haben nur 2 Mongolen in dieser Käfiggröße gehalten).

Persische Rennmäuse werden generell in großen Volieren gehalten. Diese sollten eine mindest Grundfläche von 0,5m² aufweisen, ohne eingehangene Bretter o.ä  mitzurechnen. Dies ist erforderlich, wenn man sich die Größe der Tiere vor Augen hält. Wenn man die Voliere quadratisch konzipiert, würden also 71 cm * 71 cm ausreichen. Die Tiere können aber eine Gesamtlänge von über 30 cm erreichen. Sie wären mit einem Satz schon am Ende ihres Laufstalls angekommen. Es ist also klar, dass man keinesfalls kleiner bauen sollte.  Die Höhe der Voliere sollte mindestens 1,5 m oder mehr betragen. Für die Grundfläche eignet sich z.B. ein 120er Aquarium, auf dass man einen 1 m hohen Aufsatz setzen kann. Dadurch kann man viele größere Äste als Klettermöglichkeiten vorsehen und Einlegeböden schaffen weitere Lauffläche. Hierbei ist sicherzustellen, dass die Tiere nicht von ganz oben bis unten durchfallen können. Schaut doch einmal bei unseren Volieren vorbei.

Geeignete Holzsorten für Äste:

  • Birke,
  • Haselnuss,
  • Hainbuche,
  • Korkenzieher,
  • Äste von Obstbäumen

Ungeeignet sind z.B.:

  • Jegliche Nadelhölzer
  • Becherprimel, Brechnußbaum
  • Catharanthus, Christusdorn
  • alle Dieffenbachia-Arten
  • Eibe, Eisenhut, Essigbaum
  • Farne
  • Lebensbaum, Lobelie, Lorbeerbaum
  • Madagskar-Immergrün, Madagaskar-Palme, Mistel
  • Rhododendron
  • Stechpalme
  • Wachholder, Wunderstrauch

Geeignete Brettersorten:

  • Funirsperrholzplatten
  • Multiplexplatten
  • Schreinerplatten
  • 3-Schicht-Platten
  • Leimholzplatten

Das Anbringen von Knabberschutzleisten hat sich bewährt, wenn man einer gewissen Kabber-Errosion vorbeugen möchte. Wie sehr die Tiere knabbern hängt aber immer von ihnen selbst ab.

Als Urinschutz hat sich Klebefolie bewährt. Aber Achtung: Die Folie muss Fraßsicher verklebt werden und der Untergrund wird äußerst rutschig für die kleinen Renner. Man kann die Hölzer auch ölen oder mit einem Naturlack behandeln (Wasserbasis), um starkes Einziehen des Urins zu verhindern. Diese Schicht ist aber meistens zu schwach für die agressiven Säuren im Nagerurin. Langfristig verfärbt sich das Holz dann also. Perser sind aber durchaus konditionierbar, sodass sie primär in Schalen pinkeln, was auf ihr natürliches Verhalten immer in die gleichen Ecken zu pinkeln begründet ist. Dazu gibt es im Unterpunkt Zähmung weitere Informationen.

In das Becken bzw. unten auf den Boden gehört eine je nach Buddeltrieb dimensionierte Schicht Einstreu aus Weichholzspänen. Es kann immer noch Streu nachgefüllt werden, sollten die Tiere auf einmal mehr Streu benötigen.

U.a. auf Empfehlung dieser Seite über mongolische Rennmäuse, auf der es eine gute Ausarbeitung zum Thema Streu gibt, hab ich diese Informationen für euch zusammengestellt. Dort wird die Untermischung diverser langer Fasern beschrieben, die den Tunnelbau der Tiere möglich macht. Im Normalfall stürzen diese sofort wieder ein, da normales Streu keine Stabilität bietet. Verwendet werden Textilfasern, Kokusfasern, Holzwolle und Papierstreifen. Wenn ihr euch einmal richtig über Streu informieren wollt, da hat sich jemand für euch Arbeit gemacht!

Hier schonmal in Kurz:

Geeignetes Einstreu:

  • Weichholz/Hobelspäne (Vorsicht, können Stauben, Empfehlung weiter unten)
  • Hanfstreu (Etwas teurer, aber von vielen Empfohlen, weil Staubarm)
  • Baumwollschoten (zum Zugeben)
  • Holzwolle zum stabilisieren
  • Waldboden (zum aufpeppen, verwenden wir weniger)

Weniger bis garnicht geeignet:

  • Holzpellets (getestet bei Steffimaus, bringen nur wenig Knabberspaß)
  • Erde (Insekten, Keime und Pilze, Düngemittel)
  • Teppich (Verletzungsgefahr, Schadstoffe, Geringe Saugkraft)

Wir verwenden Streu der Marke Chipsi Super, da es wenig staubt und ansonsten auch recht günstig ist. Vorsicht ist geboten bei Streu mit “Citrus” duft o.ä.. Davon raten wir strikt ab, da dieser ständige Geruch eine hohe Belastung für die Tiere darstellen sollte. Zusätzlich zum Einstreu ist definitiv Heu und/oder Stroh beizugeben, sowie regelmäßig frisches Klopapier/Küchenrolle/Taschentücher ohne Zusätze, die in langer Fleißarbeit zerfetzt und zu Nistmaterial umgearbeitet werden können.

Eine Reinigung der Käfigflächen sollte täglich vorgenommen werden. Nasses Zewa leistet hier oft gute Dienste. Wenn die Tiere stubenrein sind, muss man nur die Schalen auskippen und frisches Streu in selbige füllen. Die Voliere wird, je nach Bedarf und Anzahl Tiere, nach etwa 2 Monaten komplett gereinigt.

Käfigeinrichtung:

Den Tieren sollten je nach Gruppengröße mindestens 2 oder mehr Häuschen als Rückzugsmöglichkeit zur Verfügung stehen. Eine Berechnungformel könnte lauten:”Anzahl Tiere”-1=”Anzahl Häusschen” (Wobei bei der Haltung von zwei Tieren sich 2 Häuschen bewährt haben, da die Tiere gerne auch mal ihr Lager wechseln). Gut eignen sich zum Beispiel auch Korkröhren. Diese können über die gesamte Anlage verteilt werden. Unsere schlafen übrigens ausschließlich in luftiger Höhe. Nur mit  Nachwuchs nehmen Manni und Elli mal ein bisschen Rücksicht. Zusätzlich dazu sind Sandbad und Tränke ein Muss. Das Sandbad dient manchen Tieren als Toilette und zur Fellpflege. Es sollte eine gewisse Höhe haben, damit der Sand in der Schale bleibt, wenn wieder Tagebau betrieben wird. Die Tränke ist ein Grundbedürfnis auch wenn die Tiere längere Trockenphasen aus ihrer natürlichen Umgebung gewohnt sind. Ansonsten sollten ein Laufrad (mind. 30cm Durchmesser, ohne Streben)  und anderes Spielzeug wie z.B. Röhren und Klopapierrollen nicht fehlen. Unter der Decke können Jeansschaukeln für Spaß sorgen.

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