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Artikel Tagged ‘Krankheiten’

Erweiterung der Kategorie “Erkrankungen bei Persischen Rennmäusen”

18. Juli 2010 Keine Kommentare

UPDATE:

Cathy und Tom haben ihre Erfahrungen zum Thema “Pilzerkrankungen bei persischen Rennmäusen” hier verewigt! Vielen Dank für die ausführlichen Informationen und Bebilderungen. Wir hoffen, sie können dem ein oder anderen Leidensgenossen schnelle Hilfe verschaffen Erweiterung der Kategorie Erkrankungen bei Persischen Rennmäusen
Zusätzlich haben wir noch ein Verzeichnis angelegt und Sprungmarken gesetzt. Der Übersichtlichkeit halber.

Viele Grüße

Eurer PerserBlog-Team

Erkrankungen

16. Januar 2010 1 Kommentar

Erkrankungen persischer Rennmäuse:

In diesem Bereich beschreiben wir Krankheitsbilder und Behandlungsmöglichkeiten soweit unsere Perser oder die unserer Freunde diese bereits hatten und wir uns sicher sind, wie vorzugehen ist. Dieser Bereich ersetzt keinesfalls die Beratung eines sachkundigen Tierarztes. Wenn du also nicht sicher bist, ob und was deinem Tier fehlt, konsultiere auf jeden Fall einen oder mehrere Tierärzte. Gemäß der Devise “Nobody is perfect” können sich die “Götter in Weiß” auch einmal irren! Besonders bei Persern ist diese Gefahr hoch, da kaum ein Arzt Perser jemals zuvor gesehen hat und daher spezifische Merkmale nicht kennt! Zum Beispiel das Aufsteigen der Hoden im Winter oder die geringe Reproduktionsrate.

Bisherige Inhalte (die Kategorie wird laufend erweitert):

- Pilzerkrankung der Haut

- Darmvorfall

- Milben, Parasiten außen

- Würmer, Wurmbefall, Oxyuren

Pilzerkrankung

Was ist das:

Pilzsporen umgeben die Mäuse in ihrer täglichen Lebenswelt. Am häufigsten treten Pilzsporen aus der Gruppe der Fadenpilze oder der Hefen auf. Ein Kontakt mit solchen Sporen lässt sich also auch nicht vermeiden. Einer gesunden Maus mit intaktem Immunsystem schadet das auch nicht.

Ist das Immunsystem allerdings angegriffen und kratzt sich die Maus an einer Hautstelle wund, können die Pilze die Maus befallen.

Auswirkungen:

In unserem Fall verursachten die Pilze starken Juckreiz, die Maus kratzte sich sehr häufig. Zuerst fielen Krusten an der Bauchunterseite auf. Durch das häufige Kratzen kam es zu Fellverlust an den befallenen Stellen und zu wunden Stellen. Die Innenseiten der Hinterbeine, die hintere Bauchregion und die Innenseiten der Vorderbeine sowie die untere Halsregion waren bei unserer Maus besonders befallen.

Wie sieht das aus:

Diese Fotos zeigen die Hautstellen, die in Abheilung begriffen sind. Man sieht noch Reste der wunden Stellen, das Fell ist hier auch noch nicht nachgewachsen.

Behandlung:

Zunächst tippte unsere Tierärztin auf Parasiten und die Maus bekam ein Spot-on Präparat (Ivomec) gegen mögliche Parasiten und eine Salbe zur Behandlung der Krusten und wunden Stellen.

Da keine Besserung eintrat, waren wir wenige Tage danach wieder dort und dieses Mal war der Pilz laut Tierärztin deutlich zu erkennen. Wir bekamen ein Antimykotikum, eine Lösung, die wir in 100ml warmem Wasser auflösten und die befallenen Stellen damit großzügig nass machen sollten.

Diese Behandlung mussten wir 3mal im Abstand von jeweils 5 Tagen durchführen. Die ersten beiden Male war die Maus pitschnass zu machen, um auch keine Stellen zu übersehen. Das sah dann so aus:

Erkrankungen

Besteht auf jeden Fall darauf, dass in einem solchen Fall ein Hautgeschabsel vom Tierarzt genommen wird, so dass eine Pilzerkrankung früher bemerkt wird, als in unserem Fall. Da ist das leider nicht sofort gemacht worden.

Nachdem die Maus nass gemacht wurde, ist es auch wichtig, sie mit Küchenkrepp gut trocken zu tupfen und zusätzlich sie schonend auf niedriger Stufe und mit größerem Abstand trocken zu fönen. Das kann in der Transportbox geschehen oder jemand lässt die Maus während des Fönens auf sich herum klettern und der andere fönt. Ohne Fönen ist die Gefahr einer Erkältung in meinen Augen aber zu groß.

Fazit:

Woran es lag, dass unser Spot von Pilzen befallen wurde, können wir nur mutmaßen. Er war, nachdem er sich mit seinen Brüdern zerstritten hatte und die Vergesellschaftung über Wochen bei ihm erfolglos blieb, ein paar Wochen allein, vielleicht hat das ihn so gestresst, dass sein Immunsystem angegriffen war. Die beiden Brüder hatten keine Infektionen. Die Behandlung war ihm nicht angenehm und seine Zutraulichkeit uns gegenüber hatte in dieser Zeit auch gelitten. Allerdings ist er zum Glück nicht nachtragend, somit ist er inzwischen wieder der Alte.

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Darmvorfall

Erkrankungen

Was ist das:

Die Maus drückt beim Absetzen des Kots ein Stück des Enddarms nach draußen. Dieser stülpt sich nicht immer wieder von selbst nach innen.

Wie sieht das aus:

Auf dem Bild kann man es sehr gut erkennen. Der Darm ist ein sehr stark durchblutetes Gewebe und ist dadurch knallrot. Ist er länger nach außen gekehrt wird die dünne Haut das Darms rissig und trocken.  Später wird das Gewebe immer dunkler und kann im schlimmsten Fall sogar  absterben. Dann ist dem Tier nicht mehr zu helfen. Weiterhin kann es durch kleine Risse zu geringen Blutungen kommen. Durch die gute Durchblutung heilt das Gewebe aber sehr schnell wieder ab.

Auswirkungen:

Die dünne (Schleim-)Haut des Darms ist für diese Belastung nicht ausgelegt. Sie trocknet an der Luft schnell aus und wird rissig. Durch die Kontamination mit Dreck aus der Umgebung gelangen nun Krankheitserreger leicht in die Blutbahn des Tieres. Weiterhin reagiert das ausgestülpte Gewebe mit Anschwellen auf die Reizung, was zu einer Selbststrangulation führt. Durch die entstehende Unterversorgung mit Blut stirbt das Gewebe bald ab.

Ursachen:

Wurmbefall kann zu Darmvorfällen führen, genauso wie Verstopfung oder Durchfall. Dies kann entweder durch eine Erkrankung provoziert werden oder durch eine falsche Ernährung. Bitte überprüft wie der Kot der Tiere aussieht (hart/weich/flüssig). Ihr seht also, dass Darmvorfälle ein Symptom sind und die Ursache nicht immer im Gewebe liegt. Wir haben die Vermutung(!), dass das Aufsteigen der Hoden im Winter die Situation begünstigen kann, da dann weniger Platz in der Bauchhöhle ist.

Woran erkenne ich, dass mein Tier das hat:

Unser Sid hat sich nach seinem großen Geschäft immer vermehrt den Genitalbereich geputzt. Dazu hat er  seinen Kopf zwischen die Beine gesteckt und verharrte so einige Minuten. Scheinbar hat er versucht sich zu putzen und den Darm selber wieder reinzudrücken (wissentlich oder nicht, wahrscheinlich hat es ihn einfach nur gestört). Wenn ihm Putzen keine Erleichterung schaffen konnte, der Darm also nicht wieder zurückging, hat er sein Becken bzw. den After auf den Boden gedrückt, als wolle er so den Darm wieder reindrücken.

Behandlung:

Wir haben uns einmal vom Tierarzt zeigen lassen, wie man den Darm wieder “rein” bekommt. Hierzu haben wir ein Q-Tip genommen (Wattestäbchen) und etwas Augensalbe (aus der Apotheke oder vom Tierarzt selbst). Diese ist schwach antibiotisch und enthält etwas Cortison, damit das Gewebe wieder abschwillt, wenn es erstmal wieder da ist, wo es hingehört. Außerdem ist es für die Darmhaut nicht gefährlich (Tierarzt: “Was ins Auge darf, kann auch überall anders hin”) Ansonsten besteht die Gefahr, dass das Tier sich den Darm alsbald wieder rausdrückt, weil die Schwellung nicht schnell genug zurück gegangen ist.

Hat man diese Salbe gerade nicht zur Hand wurde uns die Benutzung von Olivenöl empfohlen. Zur Verträglichkeit können wir allerdings nichts sagen, da wir das nicht ausprobieren mussten. Wenn vorhanden würde ich persönlich eher zu Paraffinöl greifen, da Olivenöl immer auch etwas Säure enthält. Man erreicht hiermit, dass die Darmhaut wieder feucht ist und es beim nächsten Geschäft besser “flutscht”.

Das getränkte bzw. bestrichene (nicht mit den Fingern!) Wattestäbchen wird nun in die eine Hand genommen, die Maus in die andere. Und jetzt haben wir den Salat: das Tier hat gar keine Lust auf die Prozedur und zappelt wie am Spieß. Wir haben vieles ausprobiert. Schaut hierzu bitte im Bereich: Wie halte ich mein Tier richtig fest zur Behandlung.

Wenn ihr zu zweit seid, kann sich einer auf das Tier konzentrieren und einer auf das Problem. Bist du alleine musst du bitte darauf achten, dass du das Tier nicht zulange auf dem Rücken/Seitenlage hälst, da sonst die Gefahr besteht, dass der Kreislauf des Tieres versagt. Du kannst versuchen, den Kopf höher zu halten, um es dem Tier angenehmer zu machen.

Nun wird das Watteende quer zur Maus vorsichtig gegen den Darm gedrückt. Leichtes Hin- und Herrollen bzw. leichtes Drücken von aussen Richtung Mitte über das Gewebe verteilt Öl oder Salbe und bringt normalerweise das gewünschte Ergebnis. Drückt das Tier gegen, wartet man einen Moment. Funktioniert das so nicht oder ist der Darm weiter ausgestülpt, so wird mit der Spitze des Stäbchens ganz vorsichtig in der Mitte gedrückt. Hierbei besteht die Gefahr, dass das Stäbchen mit “innen” landet und man beim Herausziehen den Darm wieder mit herauszieht. Also bitte gut einölen und erstmal mit Massieren probieren. Nun sollte man solange das Tier es erlaubt mit leichtem Druck den Finger auf den After drücken, damit der Darm nicht sofort wieder herauskommt. Das ist allerdings nicht immer nötig. Hierzu kann das Tier auch wieder normal gehalten werden.

Nach Abschluss der Behandlung sollte man dem Tier sofort sein Lieblingsleckerchen geben. Am besten legt man es vorher schon bereit.

Eine Tierärztin hat uns empfohlen, häufiger ein bisschen von der Salbe auf den Anus zu geben und den Finger drauf zu halten. Das Tier quitiert dies sonst mit sofortigem Ablecken der Salbe und das ist sicher nicht gewünscht. Vom Ablecken der Salbenreste haben wir bei Sid keine Beeinträchtigungen feststellen können. Aber genau aus diesem Grunde sollte man kein Betaisodona oder sowas verwenden.

Vorbeugung weiterer Darmvorfälle bei dem erkrankten Tier:

Einige Tropen Paraffinöl pro Tag auf Leckerli oder saugfähiges Futter (z.B. Nagerkissen von DM-Markt) helfen dem Tier beim Stuhlgang und können Darmvorfälle vorbeugen. Aber bitte nicht zu viel, da das Tier sonst Durchfall bekommt!

Fazit:

Darmvorfälle sind behandelbar aber kein Dauerzustand. Die Suche nach den Verursachern sollte im Fokus stehen!

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Milben, Parasiten außen

Was ist das:

Milben (Acari) sind Spinnentiere (Arachnida) und zwar unglaublich winzige. Milben stellen laut Wikipedia mit etwa 50.000 bekannten Arten in 546 Familien die artenreichste Gruppe der Spinnentiere dar. Das alleine zeigt schon ein großes Problem beim Befall mit diesen fiesen kleinen Blutsaugern und/oder Schuppenfressern. Die Art muss also genau bestimmt werden.

Wie sieht das aus:

Milben sind kleine sich bewegende Punkte auf dem Fell und der Haut der Tiere. Diese findet man auch gerne auf der Käfigeinrichtung oder auf der Hand nach dem Umgang mit den Tieren.

Ursachen:

Dieser Parasit wird von aussen eingeschleppt. Er kann durch Futter oder durch Heu & Stroh eingeschleppt werden. Auch andere Haustiere wie der Familienhund kann der Überträger sein. Auch wenn die Mäuse nicht im Garten spielen dürfen, können sie durchaus Milben bekommen. Daher bitte regelmäßig mal durch das Fell schauen. Ganz schützen kann man die Tiere nicht. Wenn man Futter abbackt zerstört man viele wichtige Inhaltsstoffe. Wir stecken das Futter schon immer ins Eisfach, aber mehr auch nicht. Wahrscheinlich geht durch Einfrieren ebenfalls ein Teil der Vitamine verloren. Desweiteren können Milben auch durch unzureichende Hygiene (Unsauberkeit durch zu selten gereinigten Käfig) oder durch feuchtes Einstreu “entstehen”.

Auswirkungen:

Auf jedem von uns leben Milben. Diese wandern in unseren Hautfalten herum und ernähren sich von den Ausscheidungsprodukten der Haut. Das ist ganz normal und nicht schädlich. Los wird man sie auch nicht, da sie auch im Bett und überall sonst wohnen. (Hausstaubmilbe). Diese Art wird uns nicht gefährlich und ist so klein, dass man sie nicht mit bloßem Auge sehen kann. Die Arten, die wir hier meinen schaden aber unseren Tieren, indem sie ihr Blut saugen und auch Krankheiten übertragen können (Wirt-wechsel). Über kurz oder lang wird der Befall im Käfig sehr intensiv und die Tiere leiden unter den ständigen Bissen der Parasiten.

Woran erkenne ich, dass mein Tier das hat:

Es kratzt sich oder leidet unter Gewichtsverlust (starker Befall). Teilweise wurden Fellveränderungen durch übermäßiges Kratzen beobachtet. Ansonsten sieht man die vollgefressenen Exemplare ganz gut.

Behandlung:

Zuerst sammelt man ein paar dieser laufenden Punkte per Klebestreifen ein. Ein Folienklebestreifen eignet sich hier gut, da der Tierarzt diesen so auf den Objektträger übertragen kann, um die Art zu bestimmen. Ist dieser Schritt getan, wird er konkrete Angaben machen können, wie mit Kleidung und Textilien in der Umgebung zu verfahren ist. Üblicherweise ist Auskochen eine gute Möglichkeit, die Kreaturen loszuwerden. Davor ist der gesamte Käfig auszuräumen und alles, was nicht in Backofen oder Mikrowelle passt wegzuschmeißen. Und das sofort. Nicht noch in der Küche ablegen oder so. Direkt in die Tonne oder zumindestens raus! Dann alles abkochen/abbacken/Mikrowelle (siehe Würmer). Als nächstes alles gründlich mit Desinfektionsmittel (hoher Alkoholgehalt, Flächendesinfektionsmittel behandeln. Je nach Präperat 15 Minuten einwirken lassen und dabei feucht halten.

Die Tiere können in einem gesonderten Becken ein paar Tage auf Zeitung oder Küchenpapier gehalten werden, wobei sie regelmäßig in einer Medikament-Lösung zu baden sind oder z.B. Ivomec gespritzt bekommen. Das ist aber stark  von der Milbenart und  von dem behandelnden Tierarzt abhängig. Es gibt auch Spot-on Präperate. Wir würden unsere Tiere eher nicht baden, weil das für die Tiere extrem stressig ist. Eine Spritze oder Tropfen direkt auf die Haut sind da stressfreier.

Während und besonders nach Abschluss der Behandlung heißt es dann nochmal PUTZEN! Und zwar gründlich. Dann ist das Problem Milbe zügig und nachhaltig vorbei. Je gründlicher man arbeitet, desto höher ist die Chance, die Mitbewohner zügig und nachhaltig loszuwerden. An Arbeit zu sparen heißt nur länger Arbeiten.

Fazit:

Milben sind lästig, aber gut behandelbar. Mit ein wenig Einsatz ist man sie ganz schnell wieder los. Schaut euch gut an, was der Tierarzt für ein Medikament empfiehlt. Besonders bei Tauchbäden wären wir vorsichtig. Nur wenn es keine Blutsauger sind, macht sowas unserer Meinung nach Sinn. Denkt daran, dass die kleinen Spinnen im Streu kaum auszumachen sind. Also schaut alle paar Wochen mal im Fell nach!

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Würmer, Wurmbefall, Oxyuren

Was ist das:

Würmer sind in diesem Fall Parasiten die je nach Entwicklungsstadium und Art im Darm ihres Wirts leben und sich dort von der aufgenommenen Nahrung ernähren (je nach Art).

Wie sieht das aus:

Davon konnten wir leider keine Bilder machen. Wir haben kein Endoskop Erkrankungen Würmer sind je nach Art Fäden oder Bänder weißgelber Farbe. Sie können sehr klein bis ziemlich groß/lang sein (von 1cm – mehrere cm). Unsere hatten einmal Oxyuren (Oberbegriff), welche genau wissen wir nicht, denn das kann man den Eiern kaum ansehen. Dafür müsste man diese in ein Labor schicken, wo sie genauer analysiert werden. Die Eier sind jedenfalls meistens so klein, dass sie mit bloßem Auge nicht erkennbar sind.

Auswirkungen & woran erkenne ich, dass mein Tier das hat:

Da dieser Parasit von dem lebt, was das Tier frisst, kommt es zu Gewichtsverlust bei den befallenen Tieren. Es gibt sicherlich noch eine Vielzahl anderer Symptome wie z.B. Apathie, Gewichtsabnahme, struppiges Fell, etc., aber diese können wir hier nicht alle auflisten. Man sollte vielmehr festhalten, dass der Wurm kein Interesse daran hat, seinen Wirt umzubringen. Aus diesem Grund bleibt ein Befall oft unbemerkt, wenn das Tier sonst gesund ist/aussieht und sich normal (also wie immer) verhält.

Ursachen:

Heimtiere, die nie nach draußen kommen, können keine Würmer bekommen. FALSCH! Wieso? Es kommt doch nichts von draußen an das Tier?! Stimmt, bis auf Futter und Menschen! Jedes Stück Blattsalat über das ein Häschen gehoppelt ist, kann Wurmeier an sich haben sowie Saaten, die nie 100% sauber gelagert werden können. Ansonsten reicht es, Nachbars Hund zu streicheln und dann mit ungewaschenen Händen zu den Mäusen zu gehen. Schon sind die Eier im Käfig und damit auch am Tier.

Im Verdachtsfall:

Ab hier geben wir euch Hinweise, wenn aber ein Verdacht besteht ist definitv ein Tierarzt zu konsultieren! Hierzu wird Kot von mehreren Tagen gesammelt und beim Tierarzt zur Untersuchung abgegeben. Zusätzlich kann man eine Abklatschprobe vom After nehmen. Hierzu klebt man ein Stück Tesa auf den After und hält das Tier so lange wie möglich (mind. 5  Minuten) auf der Hand. Dann zieht man den Streifen ab, klebt diesen im Optimalfall auf einen Objektträger und liefert diesen beim Tierarzt ab.

Behandlung:

Wenn die Probe positiv ausfällt  kommt ein bisschen Arbeit auf euch zu. Wenn ein Tier Würmer hat, haben alle Würmer! Auch in anderen Käfigen (Jedenfalls ist das Risiko sehr hoch!). Die Tiere brauchen jetzt Medikamente, je nach Art wohl verschiedene. Ein uns empfohlener Wirkstoff ist Ivomectin. Dieser wirkt auch gegen Milben. (Tierarzt: “Ivomec macht alles weg”) Dieser Wirkstoff wurde für die Massentierhaltung entwickelt und ist hocheffektiv. Die Verabreichung ist ein Problem. Die Tierklinik Aachen Brandt gab uns 50mg Panacur Paste die wir auf 500g Futter verteilen sollten. Dass das Unfug ist, haben wir uns gleich gedacht und mit der Parasitologie einer Hochschule telefoniert und danach nochmal mit der Versuchstierhaltung der Uniklinik. Über letztere fanden wir einen neuen Tierarzt, der genau wie von beiden Instituten empfohlen, Ivomectin-Kochsalz-Lösung spritzte. Diese Behandlung wurde 3 mal in wöchentlichem Abstand mit allen Tieren durchgeführt. Darüber hinaus muss das gesamte Spielzeug und Inventar intensiv gereinigt werden. Ca. 15min im Backofen bei 200° oder den angefeuchteten Gegenstand 2-3 Minuten in der Mikrowelle (vorsicht, kein Metall in die Mikro – Brandgefahr!!, versteckte Heftklammern in Holz sind besonders gefährlich und generell sollte man immer in der Nähe bleiben!)  Die Volieren sollten mit Zeitung ausgelegt werden um diese jeden Tag reinigen zu können. Dazu wird alles Papierartige weggeworfen, auch aus dem Nest! Dann sind alle Flächen zu reinigen, sowie das Häusschen. Am besten organisiert man sich etwas Flächendesinfektionsmittel.

Fazit:

Würmer machen viel Arbeit, lassen sich aber gut und nachhaltig behandeln. Man sollte einmal pro Halbjahr Kot zur Untersuchung abgeben.

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